«KLeider machen Leute»

 

An einem kalten Novembertag wandert ein armer Schneider auf der Strasse von Seldwyla nach Goldach. Sein Arbeitgeber hat Bankrott gemacht und ihm nicht einmal Lohn ausgezahlt. Der junge Mann hat blasses, wohlgeformtes und vornehmes Gesicht, ein Schnurrbärtchen, schwarze Haare über einen mit Samt gefütterten Radmantel und eine polnische Fellmütze. Er ist zwar bettelarm, aber dieser Aufzug, den er sehr pflegt, gibt ihm ein vornehmes Aussehen.
Ein Kutscher nimmt ihn in seiner prächtigen, aber leeren Kutsche nach Goldach mit und hält vor dem Gasthaus «Zur Waage». Das neugierige Volk drängt den Schneider in die Gaststube, der Wirt macht es sich zur Ehrensache, den vornehm und bescheiden schweigenden Gast mit dem Besten zu bewirten, was dieser sich, nach anfänglicher Zurückhaltung, wohl munden lässt. Die zum täglichen Kaffee erscheinenden Honoratioren der Stadt lassen es sich nicht nehmen, den Gast bestens zu unterhalten. Der Kutscher hatte sich den Spass erlaubt, den Schneider als polnischen Grafen Strapinski auszugeben, sich auf dessen Kosten verköstigen zu lassen und dann abzufahren. Zufälligerweise heisst der Schneider wirklich so!



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Rollen und ihre Darsteller:

Schneider Wenzel Strapinski Eckhardt Wick
Amtsrat Leuthold   Peter Sandmeier
Annette, seine Tochter   Miriam Blaser
Melchior Böhni   Walti Ochs
Traugott Pütschli   Hans Meier
Karoline, seine Frau   Martina Ronchi
Waagwirt zu Goldach   Martin Schaller
Köchin Babette   Sonja Hunziker
Kellnerin Liseli   Heidi Hahn
Fräulein Hedi   Susanne Kühni
Fräulein Züsi   Heidi Hahn
herrschaftlicher Kutscher   Hans Ernst
Schlegel vom «Regenbogen» Seldwyla   René Sigrist
Schneidermeister Bölsterli   Röbi Bigler
Goldacher und Goldacherinnen   Maria Tobler, Rosmarie Meier
Elsbeth Sandmeier, u.a.



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